GOP Essen "FUNtastisch" – 2011

Sollte der geneigte Besucher des GOP Varieté-Theater Essen das neue Programm unter Umständen zweimal besuchen? Warum? Weil das neue Programm die Zuschauer so begeistert? Das könnte sein, jedoch ist eher ein anderer Aspekt der Anreiz, der zu einem Wiederholungsbesuch führen könnte. Denn "FUNtastisch" ist, dass sich den Ensemble-Part "Moderation, Comedy, Zauberkunst" direkt zwei Akteure im Laufe der Spielzeit teilen. Zunächst wird ab Premierenbeginn bis zum 14.08.2011 "Bert Rex" durch das Programm führen. Im Anschluss wird bis zum Ende der Spielzeit "Thomas Otto" (bekannt als Zauberer auf dem ZDF-Traumschiff) als Conférencier agieren. Vor allem die Magie steht beim aktuellen Programm im Vordergrund. Wir konnten bei der Premiere "Bert Rex" erleben, der nicht nur Meister der "kleinen Illusionen" ist, sondern auch seine Worte geschickt in Schüttelreime verpackt. Ob eine Zeitlupe beim "Kartentrick", mit Herrn Riesling die Orte mit Hilfe einer Kiste tauschen; und nebenbei dem Helfer aus dem Publikum die Lebensrettermedaille verleihen; oder mit einer Zuschauerin auf charmante Art eine Zauberdarbietung mit Softbällen inszenieren, die am Ende der Show auch noch ein Abschluss-Ständchen erhält. Herr Riesling wurde bereits angesprochen und füllt seinen Comedian-Part mit viel Körpereinsatz. Kaum hat er einen Herzluftballon geschenkt bekommen, so vermag er kurz darauf fast mit diesem abzuheben. Mit einer Fernbedienung wird er von Bert Rex gebeten die Stimmung im Publikum zu halten. Als er dann alle Knöpfe auf einmal drückt, windet und dreht sich sein Körper zur passenden Robodance-Musik. Als "WO-ZU", präsentiert er dann einen imaginären Schwertschlucktrick Da wird ein Japaner angekündigt und wer betritt die Bühne? Ein Japaner, namens Senmaru, tatsächlich und in seinem traditonellen Gewand huscht er zum Auftakt mit einem Schirm über die Bühne, um zahlreiche Gegenstände, ob rund oder eckig, auf dem Schirm drehen zu lassen. Ein schöner Einstieg. Um die Nähe zum Publikum aufzubauen, versucht er gemeinsam die Sprachbarriere zu durchbrechen, indem er die Zuschauer bittet ihm seine Gegenstände zu benennen und kommentiert dies mit viel Witz. Als er dann zur japanischen Teekanne greift (lt. seiner Aussage Made in China), beginnt keine beschauliche Teezeremonie, sondern er lässt die Teekanne auf einem Kuwae-bachi, einer Beißstange in seinem Mund, tanzen. Edo-Daikagura heißt diese Art der Jonglage, mit der er die Besucher im GOP in seinen Bann zieht. Auch bei der RTL Show "Supertalent" ist er bereits aufgetreten. Ganz überraschend und positiv aufgenommen von den Zuschauern, wurde Iryna Pavlova mit ihrer Vertikaltuch Akrobatik mitten im Theatersaal. Ob wilde Drehungen und Windungen, die plötzlich zum Stillstand gelangen oder einfaches Innehalten oder posieren, für alle Betrachter war es faszinierend dies abseits der Bühne mitten im Raum zu erleben. Ein ästhetisches Erlebnis voller Harmonie. Professor Wacko verpasste seinen Einsatz, zunächst präsent, dann beim eigentlichen Auftritt musste er sich auch noch hektisch anziehen - alles Show und dann starten die Unsinnigkeiten des Professors, denn bevor er einen perfekten Ablauf von Sprüngen und Drehungen auf dem Riesentrampolin präsentiert, versucht er geraume Zeit vergeblich auf dem Trampolin anzukommen. Zwar schmerzhaft für hin aber lachhaft für das Publikum. Leichtigkeit oder Kraftanstrengung - Schwarz oder Weiß? Dass man bei einer Pose mit 3 Akrobaten nicht mehr gerade von Leichtigkeit sprechen kann, das sieht man den drei Künstlern auch an. Das Voltige Trio "Black & White" schafft diese Kraftanstrengung mit Bravour. Mit Leichtigkeit katapultieren zwei ihren dritten Kollegen in die Lüfte und fangen ihn wieder auf. So ergibt sich ein wundervolles Wechselspiel. Die Freunde Diogo Dolabella und Mikail Bres aus Belgien haben praktisch die Schwerkraft abgeschafft. Die Beiden treten als Duomat im Vertical Pole Duo an und präsentieren am Pole präzise Bewegungen und eine perfekte Körperbeherrschung. Mit einer Leichtigkeit springen Sie auf und ab an der Stange, mal alleine, mal zu zweit, mal übereinander und das Ganze mit einer unglaublichen Freude. Schön zu sehen, dass auch Männer diese Kunst ausüben. Der King lebt, das wissen wir ja schon länger. Und die berühmten Hüftschwünge beherrscht er ebenfalls. Da dachte sich Craig Reid, das könnte man doch wunderbar mit der Kunst des Hula-Hoop kombinieren. Bis zu 10 Reifen lässt er um sämtliche Körperteile kreisen, immer im Takt zu den Melodien von Elvis. Für das Publikum war es auf jeden Fall eine mitreißende Darbietung. So viel Lachen und Applaus hat bei einem Programm im GOP schon lange nicht mehr den Saal erfüllt. Das FUNtastische Programm kann man noch bis zum 28. August 2011 erleben. Vielleicht auch ein zweites Mal?

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