Afrika im hohen Norden – der Okavango River im Jaderpark

Es war im Jahre 1995 als die Oldenburger Familie Ludewigt einen am heutigen Standort beheimateten Zoo übernahm und im Folgejahr mit neuem Konzept wiedereröffnete.

25 Jahre später feiert der heutige Jaderpark sein Jubiläum und schenkte seinen Besuchern am 07.08.2021 eine neue aufwendige Wasser-Attraktion. Und so steht nun im „Okavango-Delta“, welches bereits 2002 mit der Afrikasteppe angelegt wurde, der „Okavango River“.

Es handelt sich dabei um einen Flume Ride des Herstellers HAFEMA, welcher eine Streckenlänge von 500 Meter aufweist und rund 450 Personen pro Stunde mit maximal 10 Booten befördern kann.


Im August 2017 begannen hierzu vorbereitende Arbeiten. Der Untergrund musste tief ausgekoffert werden auf einer 10.000 qm² großen Freifläche, um danach wurde das gigantische Loch mit Sand wieder aufzufüllen, um somit den Untergrund tragfähig zu machen. Im Anschluss wurde der Stromanschluss auf das Gelände gelegt, indem eine neue Trafostation eingerichtet wurde.

Im September 2019 konnte das erste und größte Fundament für den Hauptturm gegossen.


Begeben wir uns doch auf die aufregende Fahrt über den afrikanischen Fluss. Zunächst startet man wie gewohnt in der Station, welche wie kleine afrikanische Stadt gestaltet wurde. Sobald der Ride-Operator die Sitze von Wasser befreit hat; warum erfahren wir im weiteren Verlauf; startet die Fahrt mit einer Rechtskurve und man durchfährt ein Holzgerüst, einer afrikanischen Baustelle, an dem sich Affen hangeln, welche durch entsprechende Beschallung mit ihrem Affengeschrei auch hörbar sind. Es folgt die Vorbeifahrt an einem Wasserfall und man besucht ein afrikanisches Dorf, ebenfalls mit entsprechender Geräuschkulisse, wie Rufen oder Hundegebell. Nochmals passiert man den Wasserfall, bevor die Auffahrt auf den 7 Meter hohen Schräglift folgt, welcher als afrikanischer Fahrradshop gestaltet wurde. Oben angekommen befindet sich das Boot auf einer Drehplattform, dem sogenannten Turntable, welche den folgenden Rückwärtsschuss einleitet. In dieser Position führt die Strecke dann bis in den 15 Meter hohen Turm, welcher die gesamte Anlage mit seinem Erscheinungsbild dominiert. Der Vertikallift fährt mit dem Boot anschließend auf eine Höhe von 12 Metern und vorwärts geht es dann auf die steile Abfahrt um mit einem großen Splash in der Auslaufzone anzukommen. An diesem Punkt kommen wir wieder auf den Punkt mit dem Ride-Operator zurück, denn der Nässegrad ist extrem hoch. Eine tolle Erfrischung, vor allem an heißen Tagen! Die Strecke zeichnet am Ende noch einen nach rechts gebauten Bogen, bevor die Station wieder erreicht wird.

Neben der aufwendigen Thematisierung, welche durch die Firma Kinderland Emsland Spiel- und Freizeitgeräte anhand von 4700 Artworks umgesetzt wurde, tollen Gimmicks, wie Holzfiguren die mit einer Kettensäge hergestellt wurden oder dem Zaun, der die Attraktion einfasst um das immersive Erlebnis zu erhöhen oder vielen verschiedenen Pflanzen, ist es vor allem auch der stimmige Soundtrack von IMAscore. Dieser wurde mehrzonig komponiert, dass sich im Laufe der Strecke ein dramaturgischer Spannungsaufbau ergibt. Somit steigert sich die Dramatik der Musik, bis sie bei der großen Schussfahrt ihren Höhepunkt erreicht und nach der Abfahrt bis zur Station wieder gemäßigter zu hören ist.

Auch in der Station ist der Soundtrack dezent hörbar.

Am Ende gibt es das obligatorische Onride-Foto, hier beim Drop aus 12 Metern Höhe, welches für 4€ (Stand 08/2021) am Self-Service Automat erworben werden kann, zum einen als Ausdruck und zusätzlich mit Hilfe eines QR-Codes auch zum digitalen Download.


Alle die nicht mitfahren oder auch nach ihrer Fahrt andere bei dem erfrischenden Vergnügen zuschauen möchten, können die entweder auf der Natursteintribüne, auf der Brücke der Splashzone oder einfach direkt an der Mauer der Anlage.


Eine weitere Besonderheit ist die Nachhaltigkeit der Wasserversorgung. Hierzu hat der Jaderpark ein eigenes Pflanzenklärwerk gebaut. Ohne den zur Filterung des Wassers normalerweise notwendigen Einsatz von Chlor, wird hier zunächst mit einer Pumpe das Wasser aus der Attraktion permanent mit einer Pumpe zu einem Grobsiebs geleitet und vorgereinigt, bevor es dann durch ein Kiesbett mit eingesetzten Wasserpflanzen läuft, welche mit ihren Wurzeln dem Wasser die Bakterien und Keime entziehen.

Anschließend fließt das Wasser aus dem 200 qm² großen Klärbecken über ein freies Gefälle von 1 Meter in einem Filterrohr und somit ohne eine Pumpe, wieder zurück in die Fahrrinne. Der Einlauf befindet sich hierfür im Wartungsbereich der Anlage.

Eine halbe Million Liter Wasser wird so in einem Zeitraum von 22 Stunden gefiltert.

„Der soweit bislang einzigartige Einsatz einer solchen Anlage im Rahmen einer Freizeitparkattraktion“, berichtet Andy Ludewigt, der Geschäftsführer des Jaderpark.

Sollte es durch Verdunstung zu einer reduzierten Wassertiefe kommen, so kann über ein ebenfalls im Wartungsbereich installiertes Rohr eine entsprechende Menge an Frischwasser zugeführt werden.

Erst im Herbst wird das Wasser aus der Anlage abgelassen, kann aber dann ebenfalls nachhaltig wiederverwendet werden, z.B. als Bewässerung der Wiesen und Weiden oder zum Befüllen der Pinguin-Anlage.

Apropos Fahrrinnen: Der Beton wurde so entsprechend durchgefärbt, dass die typische Lehmfarbe optisch nachgeahmt werden konnte.


Zusätzlich sollen zur Reduzierung des Energiebedarfs auf den Gebäuden künftig auch noch Photovoltaik-Module installiert werden, kommt doch die Anlage schon jetzt mit 35 KW/h aus.


Mit dem „Okavango River“ hat der Jaderpark zum 25 jährigen Jubiläum eine schöne neue Attraktion zu seinem Portfolio hinzugefügt und wir freuen uns auf die weitere Entwicklung.






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